August 02, 2011

Klangraum Flensburg 2007

Ausstellung
KLANGRAUM FLENSBURG
Flensburg, 2.9. – 11.11.2007


Museumsberg Flensburg, Bundsen-Kapelle, Spiegelgrotte, Hafenspitze, Hochschulcampus

Kurator: Dr. Axel Feuß

Künstler:
Nicolas Baginsky (Hamburg)
Ulrich Eller (Norderheistedt/Braunschweig)
Ferdinand Försch (Hamburg)
Hauke Harder (Berlin)
Jutta Kelm (Oldenburg/O.)
Katja Kölle (Viersen)
Tilman Küntzel (Berlin)
Gordon Monahan (Canada/Berlin)
Andreas Oldörp (Hamburg)
Peter F. Piening (Ahrensburg)
Christof Schläger (Herne/Amsterdam)
Martin Schöne (Braunschweig)
Jan-Peter E.R. Sonntag (Berlin)
Carl Vetter (Hamburg)
Gudrun Wassermann (Schönkirchen b. Kiel)
Ute Wassermann (Berlin)
Heiko Wommelsdorf (Kiel)


Begleitausstellung:
Klingende Zeitmesser und Automaten
aus dem Besitz des Museumsbergs Flensburg und aus Flensburger Privatsammlungen
(nur zugänglich im Rahmen der Samstags-Führungen)

Führungen:
Führungen durch die Ausstellung „Klingende Zeitmesser und Automaten“: Thomas Messerschmidt M.A., Matthias Schiemann, samstags, 15 Uhr, Museumsberg, Hans-Christiansen-Haus
Führungen durch die Ausstellung „Klangraum Flensburg“: Dr. Axel Feuß, sonntags, 11.30 Uhr, Museumsberg, Hans-Christiansen-Haus, am 9.9., 23.9., 30.9., 7.10., 21.10., 28.10., 4.11., 11.11.

Begleitprogramm:
Sonntag, 2.9., 11.30, Museumsberg, Hans-Christiansen-Haus, Aula
Ausstellungseröffnung
Mit Ute Wassermann (Gesang) und Aleks Kolkowski (Singende Säge, Strohvioline) sowie der Theaterwerkstatt Pilkentafel

Freitag, 7.9., 20.00 Uhr, Theaterwerkstatt Pilkentafel
Die mit Messer und Gabel lesenden – Ein Sprachlabor mit Texten von Oskar Pastior
Mit Elisabeth Bode, Torsten Schütte und Johanna Stapelfeldt
Premiere (weitere Termine: 8., 13., 14., 19., 20., 27., 28.9., 2., 3., 4., 5., 10., 11.10.)
Eintritt: 12 € / 9 €

Samstag 8.9., 16.30 Uhr, Christiansenpark, Treffpunkt Eingang Stuhrsallee
Carl Vetter (Hamburg): „Dreiklang“, Klangaktion für 3 Personen mit 15 Feuersteinen aus Mecklenburg

Sonntag, 9.9. (Tag des offenen Denkmals), 15 –17 Uhr, Kutscherhaus/Eiszeithaus im Christiansenpark (Mühlenstr. 5-7)
Klassik Live im Park - von Antonio Vivaldi bis Johann Strauß
Konzert des 1. Berliner Drehorgelorchesters
Veranstaltet vom Förderkreis Christiansenpark e.V.

Mittwoch, 12.9., 19.30 Uhr, Klangraum, Große Str. 37
Seminar Obertonsingen und Tönen
Leitung: Thomas Heinrich Schmöckel
Gebühr 15 € (bitte anmelden: Tel. 4 80 84 97, weitere Termine: 24.10., 31.10., 7.11.)

Donnerstag, 13.9., 19.30 Uhr, Klangraum, Große Str. 37
Thomas Heinrich Schmöckel: Gongkonzert
Eintritt: 20 € (bitte Decken mitbringen, max. 14 Pers., Tel. 4 80 84 97), weitere Termine: 25.10., 8.11.)

Freitag, 21.9., 19.30, Museumsberg, Hans-Christiansen-Haus, Aula
Ferdinand Försch (Hamburg): Konzert für Klangskulpturen und Neue Musikinstrumente
Gefördert durch Klaus GmbH + Co. KG
Eintritt: 8 € / 5 €

Ferdinand Försch mit seinen Klangskulpturen und neuen Musikinstrumenten, 2000

Samstag, 22.9., 14-18 Uhr, Volkshochschule Flensburg, vhs-Zentrum an der Nikolaikirche
Anne Fichtner (Flensburg): Einführung in die Klangmassage nach P. Hess
Gebühr: 35 €, Anmeldung bis 13.9., Kurs-Nr. 3144

Sonntag, 23.9., 11 Uhr und 15 Uhr, Museumsberg, Heinrich-Sauermann-Haus
Steinklänge im Treppenhaus von Carl Vetter (Hamburg)
Klangperformance
Museumseintritt: 4 € / 1.50 €

Sonntag, 23.9., 19.30 Uhr, Flensburger Schiffahrtsmuseum
„Am Grund des Hafens dreht sich eine Spieluhr, die klingt, flüstert und lockt ...“
Hafengeschichten in Wort und Klang mit dem Duo Babalu (Hamburg): Susanne Ulke (Erzählerin), Anne Wiemann (Saxophon)
Eintritt: 10 € / 7 €

Donnerstag, 27.9., 18 Uhr, Hochschulcampus, vor dem Hörsaalgebäude
Einweihung der Klangskulptur „Gelenkte Resonanzen“ von Ulrich Eller
Einführung: Dr. Christoph Metzger (Berlin), Empfang der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein

Ulrich Eller mit seiner Klangskulptur Gelenkte Resonanzen, Universität Flensburg, 2007

Donnerstag, 27.9., 18.30 Uhr, Eurydike - Improvisation im Souterrain, Große Str./Marienstr. 1
Anne Fichtner (Flensburg): Stempel unmusikalisch
Einführung in Musikinstrumente und Klangobjekte, die jeder spielen kann
Eintritt 5 € / 3 € (max. 12 Pers., Tel. 430 93 96)
(außerdem Di-Fr 12-18 Uhr, Sa 10-15 Uhr: Jeder Mensch schwingt anders - Klangschalen)

Samstag, 29.9., 19.30 Uhr, Museumsberg, Probensaal des Sinfonieorchesters,
Musik von Alvin Lucier, Hauke Harder und Gordon Monahan
Konzert mit Roland Dahinden (Posaune und Alphorn), Hauke Harder (Live-Elektronik), Hildegard Kleeb (Klavier), Daan Vandewalle (Klavier)
Eintritt: 8 € / 5 €
Gefördert durch den Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein

Sonntag, 30.9., 11.30 Uhr, Musikschule Flensburg, Emmi-Leisner-Saal, Marienkirchhof 2-3
Hauke Harder: ‘One by One’ für Klavier in reiner Stimmung
Konzert mit Hildegard Kleeb (Klavier)
Eintritt: Karten vom Vorabend behalten ihre Gültigkeit,
sonst 5 €

Sonntag, 7.10., 18 Uhr, Innenhafen (gegenüber Hansens Brauerei, Hafenbühne, Fischmarkt)
Christof Schläger (Herne/Amsterdam): Hornkonzert für Flensburg
Konzert mit Schiffssignalgebern von drei Seiten des Flensburger Hafens
Gefördert von den Stadtwerken Flensburg und der Firma Zöllner Signal System Technologies, Kiel

Christof Schläger: Hornkonzert für Flensburg, 2007

Mittwoch, 10.10., 19.30 Uhr, Museumsberg, Hans-Christiansen-Haus, Aula
Dr. Mins Minssen (Kiel): Der Wind als Musikant – Äolsharfen, Geisterharfen, Wetterharfen
Vortrag mit Tonbeispielen, Film und Demonstration (Dauer ca. 2 Std.)
Museumseintritt: 4 € / 1.50 €

Freitag, 12.10., 19.30 Uhr, Museumsberg, Probensaal des Sinfonieorchesters
Christof Schläger (Herne/Amsterdam): Electric Motion
Konzert mit elektrisch-mechanischen Klangmaschinen
Eintritt: 8 € / 5 €

Mittwoch, 17.10., 19.30 Uhr, Museumsberg, Hans-Christiansen-Haus, Aula
Matthias Schiemann (Flensburg): Klingende Automaten
Dia-Vortrag mit Musikbeispielen
Museumseintritt: 4 € / 1.50 €

Sonntag, 21.10., 11 Uhr und 15 Uhr, Museumsberg, Heinrich-Sauermann-Haus
Steinklänge im Treppenhaus von Carl Vetter (Hamburg)
Klangperformance
Museumseintritt: 4 € / 1.50 €

Dienstag, 23.10., 18.30 Uhr, Eurydike - Improvisation im Souterrain, Große Str./Marienstr. 1
Anne Fichtner (Flensburg): Musikinstrumente und Klangobjekte für die Therapiearbeit
Kennenlernen und Ausprobieren für Therapeuten, Lehrer, Erzieher, Märchenerzähler ...
Eintritt: 5 € (max. 12 Pers., Tel. 4 30 93 96)

Mittwoch, 24.10., 19 Uhr, Universität Flensburg, Hauptgebäude, Großer Musiksaal
Kompositionsworkshop: Wie klingt eine Universität?
Präsentation von Studierenden des Musikinstituts in Flensburg, Leitung: Herbert Bruhn (Professor für Musik in Flensburg)
Eintritt: frei

Donnerstag, 25.10., bis Mittwoch, 31.10., 18.30 Uhr, Kino 51 Stufen, Deutsches Haus
Touch the Sound
Film von Thomas Riedelsheimer mit Evelyn Glennie und Fred Frith
Eintritt: 4 € (Dienstag 3 €)

Donnerstag, 8. 11., 19.30 Uhr, Altes Gymnasium, Selckstr. 1
Klanggalerie Altes Gymnasium - Schule als audiovisueller Erlebnisraum
Ein Projekt der Fachschaften Kunst und Musik des Alten Gymnasiums Flensburg
Eintritt frei

Freitag, 9.11., ab 18 Uhr, Museumsberg, Aula, Hans-Christiansen-Haus
Finissage der Ausstellung „Klangraum Flensburg“
18 und 20 Uhr: Führungen, 22 Uhr: face to face, Performance von Martin Schöne (Braunschweig), anschließend: Brain-Avatar meets DJ, Brain-Party mit den BootyRockers
Museumseintritt: 4 € / 1.50 €

Ausstellung
Ein Katalog ist nicht erschienen. Die nachfolgenden Texte sind die Saaltexte der Ausstellung.
Fotos (falls nicht anders angegeben): Axel Feuß, Copyright bei den Künstlern.

Nicolas Baginsky
geb. 1961 in Gräfelfing b. München, lebt und arbeitet in Hamburg

Flamenco Magnetico, 2005

Auf einer kleinen schwarzen Bühne tanzen drei Maschinchen einen „Flamenco Magnetico“. Kameras übertragen den Tanz der kleinen Roboter auf Flachbildschirme. Die aus Schubmagneten bestehenden Beine werden von integrierten Schaltkreisen gesteuert, ihr Sound wird durch Lautsprecher-Boxen verstärkt.


Ulrich Eller
geb. 1953 in Leverkusen, lebt und arbeitet in Norderheistedt/Dithm. und in Braunschweig

Himmelsleiter, 2007 (Detail, Höhe ca. 600 cm)
Stahl, 64 Lautsprecher, Abspieltechnik, Kabel, Geräuschkomposition

Das Klangmaterial besteht aus angezupften Klaviersaitentönen, die von der Stimm-Mechanik eines Flügels stammen.


Duo, 2007
Zwei Druckkammerlautsprecher, Steine, Abspieltechnik, Kabel, Geräuschkomposition

 
Über Stille, 2007
Lautsprecher, Frequenzgenerator, Daunen

Ein niederfrequenter, für das menschliche Ohr nicht hörbarer Ton versetzt die Membran des Lautsprechers in Schwingung und bewirkt dadurch das Heben und Senken der Federn.


Ferdinand Försch
geb. 1951 in Bad Brückenau, lebt und arbeitet in Hamburg


  












Klanginstallation „Resonators“, 2001
4-teilig, Regelelektronik, bestehend aus: „Twin Resonator“, Edelstahl; „L'Arcton Resonator“, Edelstahl;
„Circle Resonator“, Messing; „Sound Generator“, Edelstahl

Die Metallbleche werden durch Sinustöne zum Schwingen gebracht, die von Sinusgeneratoren erzeugt werden. Die Bleche reagieren mit ihrer eigenen Resonanz. Mitschwingende Resonanzsaiten regen die Bleche erneut an. Es entsteht eine komplexe Situation, die immer neue Tonschwingungen erzeugt und durch die auch Obertöne entstehen. Die Objekte werden durch Bewegungsmelder in Betrieb gesetzt.


Hauke Harder
geb. 1963 in Heide/Holst., lebt und arbeitet in Berlin

Schüddeln, 2007
Installation für Metallschüsseln, Transducer, Sinusgeneratoren und Verstärker

Metallschüsseln werden mit Hilfe von Transducern und Sinusgeneratoren zum Klingen gebracht. Die erzeugten Töne bilden einen rein gestimmten Akkord, der jedoch durch minimale Verstimmung moduliert wird. Dadurch kommen verschiedene Facetten des Gesamtklangs – wie die einzelnen Intervalle oder die Modulationen in den Obertönen – in den Fokus des Hörers. Schüddeln wurde für Klangraum Flensburg korrespondierend zu den zahlreichen Gefäßen im Heinrich-Sauermann-Haus konzipiert.


BEATS, 1994
Installation für Sinusgeneratoren, Verstärker und Lautsprecher
Spiegelgrotte auf dem Museumsberg

Das Intervall einer reinen Septim (Frequenzverhältnis 7:4) wird von extrem stabilen Sinusgeneratoren erzeugt und von Lautsprechern wiedergegeben. Zusätzlich wird das gleiche Intervall auch durch weniger stabile Generatoren erzeugt, wodurch es zu langsamen, mit der Zeit sich in der Geschwindigkeit ändernden Schwebungen kommt, welche man als Lauter- und Leiserwerden der Einzeltöne hört und dadurch das Spezifische des Klangs der reinen Septim in den Fokus des Hörers kommen. Für die Frequenz des tiefen Tons der Septim wird eine Eigenfrequenz des Raumes gewählt, der Raum fängt selbst an zu klingen. Die Arbeit war ursprünglich nicht für spezielle Räume konzipiert, eignet sich aber besonders für Kellerräume oder Gewölbe wie die Spiegelgrotte in Flensburg.


Jutta Kelm
geb. 1960 in Stade, lebt und arbeitet in Oldenburg/O.

Große Sitzwindharfe, unbehandeltes Eisenblech,
Höhe 230 cm
Flensburg, Hafenspitze


Gelbe Aluharfe, Höhe 240 cm


Katja Kölle
geb. 1955 in Hamburg, lebt und arbeitet in Viersen

Stille Wasser, 2007
Ein Wassergarten
Installation für 12 Springbrunnen, 6 Lautsprecher mit Klängen Flensburger Brunnen und 8 Orchideen

Die ortsbezogene Installation mischt Klänge, die im Klangraum Flensburg aufgenommen wurden, mit Wasserklängen, die in der Ausstellung „Klangraum Flensburg“ entstehen.


Tilman Küntzel
geb. 1959 in Jugenheim a.d. Bergstraße, lebt und arbeitet in Berlin

Lüster, 2003/2007
audiovisuelle Installation

Der ehemals glanzvolle Lüster liegt mühsam flackernd am Boden. Tilman Küntzel taucht den Rokoko-Saal des Heinrich-Sauermann-Hauses in den morbiden Charme einer verlassenen Baustelle. - 20 Glühlampenpaare werden abwechselnd durch modifizierte Starter aktiviert, wie sie sonst für Neonröhren verwendet werden, und machen den Raum zum Aufführungsort eines geheimnisvollen Tanzes aus Licht und Schatten. Das Spiel des Lichts erhält ein akustisches Pendant, indem die von Mikrofonen aufgenommenen Schaltvorgänge der Bimetallstreifen in den Startern an die im Raum verteilten Lautsprecher weitergeleitet werden. Die entstehende Geräuschkulisse erinnert wiederum an das Klimpern der Kristallglas-Tropfen des Leuchters. Sehen und Hören verschmelzen zu einer synästhetischen Wahrnehmung. - Tilman Küntzel hat mehrere solcher Installationen kreiert, in denen der visuelle Glamour aus zweiter Hand einen Dialog mit seinem eigenen, hörbar gemachten Mechanismus führt.


Videoclips, 1988 – 2007

BODYGUARD, 2006/07
6:47 min

WASSERTRÄGER, 2006/2007
5:39 min

SCUOL 89, 1989/2007
1:37 min

COMPOSITION FOR COW BELLS - PERFORMED BY COWS, 1989/2007
1:51 min

COMPOSITION FOR WATER, 1988
4:44 min

NEOPHONIE, 2001
5:05 min


Gordon Monahan
geb. 1956 in Kingston/Kanada, lebt und arbeitet in Meaford, Ontario/Kanada und in Berlin

Piano Airlift, 1988/2006
Installation für Disklavier und Video-Projektion

„1984 begann ich eine Serie von Stücken für Aeolsharfen. Das erste entstand in Zusammenarbeit mit Thaddeus Holownia auf seiner Farm in Jolicure, New Brunswick/ Canada. Als wir 1988 zu einem Klang-Symposium in St. John’s/Neufundland eingeladen waren, ließen wir mit einem Hubschrauber ein Klavier auf den Gipfel von Gibbet’s Hill oberhalb des Hafens von St. John’s transportieren. Das Klavier diente als Klangverstärker für lange Klaviersaiten, die wir über die Klippen des Berges spannten. Die Saiten wurden vom Wind in Schwingungen versetzt und zu lauten Klängen angeregt. Die Installation bestand zwei Wochen lang. Der Transport des Klaviers durch die Luft war eine Kunst-Aktion, ebenso wie der Abbau der Installation – als wir das Klavier über die Klippen stürzten und es in tausend Stücke zerschlug.“ (Gordon Monahan)


Andreas Oldörp
geb. 1959 in Lübeck-Travemünde, lebt und arbeitet in Hamburg

die anderen / Flensburger Aggregat, 2007

Die Klanginstallation funktioniert nach dem Prinzip der „Singenden Flammen“, das seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bekannt ist. Die in den Glaszylindern brennenden Flammen werden von Butangas gespeist, das permanent in kleinen, nicht wahrnehmbaren Explosionen zündet. Die Zündfrequenz bringt die Luftsäulen in den Glaszylindern zum Schwingen und erzeugt so den Ton. Die Glaszylinder sind auf einen Dreiklang gestimmt.
 

Peter F. Piening
geb. 1942 in Breklum, lebt und arbeitet in Ahrensburg

COCKPIT, 1994 – 98
Heimorgel mit klang- und geräuscherzeugendem Instrumentarium

Detail

Peter F. Pienings „Heimorgel“ klingt nur, wenn sie bespielt wird. Die Besucherinnen und Besucher, vor allem die Kinder, werden gebeten, sie wirklich zu benutzen. An den Kurbeln darf gedreht werden, und die Glasmurmeln werden oben rechts in den Führungsrinnen auf ihre klappernde Reise geschickt. Bitte nehmen Sie Platz, blättern Sie die Gebrauchsanleitung auf dem Notenständer durch und entdecken Sie alle Details, die Geräusche machen.

 
Christoph Schläger
geb. 1958 in Beuthen/Bytom, Polen, lebt und arbeitet in Herne und in Amsterdam


Blaues Rauschen, 2007

Die Installation besteht aus 4 komponierten Stücken, die die Besucher selbst aussuchen und starten können.

Hornkonzert für Flensburg, 7.10.2007, Hafenbühne
Konzert mit Schiffssignalgebern von drei Seiten des Flensburger Hafens
Gefördert von den Stadtwerken Flensburg und der Firma Zöllner Signal System Technologies, Kiel


Martin Schöne
geb. 1969 in Peine, lebt und arbeitet in Braunschweig und im Künstlerhaus Meinersen

Narziss, 2007
Foto: HBK Braunschweig, Online-Redaktion Brigitte Kosch

»Und während er den Durst zu stillen trachtete, wuchs in ihm ein anderer Durst. Während er trinkt, erblickt er das Spiegelbild seiner Schönheit, wird von ihr hingerissen, liebt eine körperlose Hoffnung, hält das für einen Körper, was nur Welle ist. Er bestaunt sich selbst und verharrt unbeweglich mit unveränderter Miene wie ein Standbild aus parischem Marmor
Ovid, Metamorphosen, Buch 3, Narcissus und Echo

Hirnwellen, Brainwaves, Gehirnaktivität also, ist nichts anderes als Sound, Brain Sound, sehr tiefe Frequenzen, deren Resonanzmuster sich in Wasser mit Licht visualisieren lassen. Die Gehirnaktivität wurde mit einem klinischen EEG-Gerät gemessen. Die Frequenzdaten wurden unverändert übernommen und verstärkt. Zu sehen ist also die gesamte Aktivität: Denken, Fühlen, Wahrnehmen und Unbewusstes. Wasser ist das naheliegende Medium des Gehirns: es schwimmt in Wasser und besteht zu 75% daraus, und Resonanz ist seine zentrale Funktionsgrundlage. - In den Kopfhörern finden Sie verschiedene gefilterte Brain-Sounds vor. Im chaotischen Ton-Signal sind eine Reihe von Ordnungen, Synchronisationen, Muster versteckt. - Die Arbeit basiert auf dem Brain-Avatar, einer Erfindung des Künstlers, die international zum Patent angemeldet ist. Sie ist ein Ergebnis der Forschung von „Well come 21 – Grenzraum von Kunst und Wissenschaft“ der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.


Echo, 2007
Hörfilm, 17 min

Dialog für eine Person, 2007
Dokumentation, 18 min


Jan-Peter E.R. Sonntag
geb. 1965 in Lübeck-Travemünde, lebt und arbeitet in Berlin

FALL_07, 2007

FALL ist eine akustische, räumliche und körperliche Täuschung mit einer hybriden Struktur, die sich sowohl auf die Tradition der Minimal Art wie auf radikale Reduktionstechniken der Neuen Musik bezieht. Das endlos fallende Rauschen, vergleichbar den optischen Täuschungen Eschers, basiert auf einer psychoakustischen „Paradoxie“ (Mehrdeutigkeit), die ausgehend von den Studien Roger Sheppards von Jan-Peter E.R. Sonntag auf einer IRCAM-Workstation in Zusammenarbeit mit dem Programmierer Jörg Spix erstmals 1993 produziert wurde – damals zur Simulation einer endlos steigenden Luftsäule (raum-Arbeit #11) im Treppenhaus des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur in Hannover. - 1997 entstand dann FALL als Sockelarbeit, bei der der Rezipient inmitten einer Ausstellung in einen paradoxen „raum“ taucht und zugleich in seiner Rezeption selbst zum Ausgestellten wird. Für die Ausstellung hier in Flensburg wurde eine neue Version produziert: FALL_07.


Carl Vetter
geb. 1949 in Weimar, lebt und arbeitet in Hamburg

Klangstufen, 2007
27 Feuersteine aus Mecklenburg

Die Klangperformance des Künstlers folgt einer „losen Partitur“. Die Klänge der Steine und die Richtung des Spiels – von der unteren Stufe aus im Uhrzeigersinn – sind durch den Raum vorgegeben, geschehen dann aber spontan. Die Steine sind unbearbeitet. Während der Performance dienen zwei weitere kleine Feuersteine als Klöppel. Die Besucher dürfen um die Stein-Installation herumgehen.

tracks, 2006

Rundgang an der Küste der Insel Aughinish, Westküste Irlands
Dauer 45 min

Steintrommel, 2007
Kirschbaum, Granit, Sandstein (rechts)

Klangbaum, 2007
Kirschbaum, Granit (Mitte)

o.T., 2002
Granit (links)

 

Gudrun Wassermann
geb. 1934 in Insterburg, lebt und arbeitet in Schönkirchen b. Kiel





random, 2007
Licht- und Klanginstallation
Fotos: Gudrun Wassermann

Für Gudrun Wassermann bildet der vorgefundene Raum die Anregung für ihre Klangarbeiten. In diesem Fall waren es die im Museumsgebäude schon vorhandenen Fenster zum Probenraum des Schleswig-Holsteinischen Landes-Sinfonieorchesters. Die Fenster wurden für die Klanginstallation geöffnet, um den Probenraum und das Museum durch Klang zu verbinden. Gudrun Wassermanns Interesse gilt Klängen, die im Alltag eher überhört werden. Sie hat das Orchester beim Einspielen vor einer Probe aufgenommen, wenn – genau wie vor einem Konzert – die Orchestermusiker traditionelle Klangfolgen produzieren, um sich und ihr Instrument einzuspielen. Da sich die Musiker dabei ausschließlich auf sich selbst und ihr Instrument konzentrieren, entsteht eine chaotische, zufällige Klangsituation.


Ute Wassermann
geb. 1960 in Gunzenhausen, lebt und arbeitet in London und in Berlin

Bürgerstube aus Friedrichstadt, 2007
Klanginstallation für Stimme (Ute Wassermann) und Klangbearbeitung (Richard Barrett)

In der Klanginstallation wird ein Fragment des holländischen Texts „Anregung für Bataver (Ermahnung an die aufrichtigen Holländer zum Bau von Friedrichstadt im Gebiet Seiner fürstlichen Gnaden von Holstein etc.)“ aus dem 17. Jahrhundert verwendet. Der Bau und die Besiedlung von Friedrichstadt durch die Holländer, vorwiegend durch die aus Holland vertriebenen Remonstranten, ist eine Geschichte von enttäuschten Hoffnungen, Intrigen und abenteuerlichen Unternehmungen. Im Gegensatz dazu strahlt das Bürgerzimmer eine zurückhaltende und strenge Atmosphäre aus. - Der holländische Text ist in Phoneme zerlegt, extrem gedehnt und in Fragmenten beschleunigt und neu zusammengefügt. Im Raum entsteht so ein sich immer wieder neu organisierender Klangraum aus sprechenden, flüsternden, knarrenden Stimmen.


Heiko Wommelsdorf
geb. 1982 in Bremen, studierte 2007 in Kiel. Seit 2009 lebt und studiert er in Braunschweig.

4 Stunden, 2007
Audiokomposition, bestehend aus vier 60minütigen Spuren:
1. Spur: das Ticken einer Uhr
2. Spur: ein gesprochenes „Tack“ alle 2 Sekunden
3. Spur: ein gesprochenes „Tick“ alle 2 Sekunden
4. Spur: die Zeit (unhörbar)

Schritte, 2007

Installation besteht aus zwei Teilen, die durch Lautsprecher wiedergegeben werden. Der eine Teil beschreibt eine imaginäre Person, die durch die Bauernstube geht, der andere bildet die Geräusche ab, die der Besucher produziert.


Knarren, 2007
Kurzfilm

Thema des Kurzfilms ist die audio-visuelle Vermittlung der knarrenden Geräusche der Dielenbretter und Holztreppen in den Bauernstuben auf dem Flensburger Museumsberg.

July 16, 2011

Gilbert & George

Axel Feuss:
GILBERT & GEORGE














 











in: Fine Art Magazine, Vol. 8, No.79, Chiang Mai/Bangkok, May 2011, p. 26-29
(for German please scroll down)

Gilbert & George (กิลเบอร์ท และ จอร์จ)

Text: Dr. Axel Feuss แปล: ศิริวรรณ ผุงประเสริฐ

เรื่องราวของศิลปินทั้งสองนั้นเริ่มต้นมาตั้งแต่ ขณะที่ทั้งสองยังอยู่ห่างไกลกันคนละมุมโลกของยุโรป ท่ามกลางความอลหม่านของสงครามโลกครั้งที่สอง กิลเบอร์ทเกิดเมื่อปี ค.ศ. 1943 ในนามของ Gilbert Proesch ที่หมู่บ้านแห่งหนึ่ง ทางเหนือของประเทศอิตาลี ใกล้เทือกเขาโดโลไมทส์ (Dolomites) ส่วน จอร์จ เกิดในปี ค.ศ. 1942 ในนามของ George Passmore ณ เมืองท่าของนครพลิมัธ (Plymouth) แห่งประเทศอังกฤษตอนใต้ ศิลปินทั้งสองเติบโตในครอบครัวที่ค่อนข้างยากไร้ บิดาของกิลเบอร์ท มีอาชีพเป็นช่างทำรองเท้า และทำมาหาเลี้ยงชีพได้แค่พอที่จะประทังชีวิตครอบครัวไปวันๆเท่า นั้น ส่วนจอร์จและน้องชายเติบโตขึ้นในครอบครัวที่แตกแยกกัน และปราศจากพ่อ หลังจากที่มารดาให้กำเนิดจอร์จได้ไม่นาน เธอและลูกทั้งสองก็จำต้องอพยพย้ายถิ่นไปอยู่ที่ โททเนส (Totnes) เมืองเล็กๆแห่งหนึ่ง เพื่อลี้ภัยระเบิดของเยอรมัน ที่คอยโจมตีเมืองท่าของนครพลิมัธ (Plymouth) อยู่ขนะนั้น

ทักษะด้านสร้างสรรค์ของกิลเบอร์ทได้รับการสนับสนุนมาตั้งแต่เด็ก ขณะที่เขามีอายุได้เพียง 14 ปีก็ได้รับการ ศึก ษาจากสถาบันศิลปะแห่งเมืองมิวนิคเป็นเวลา 6 ปี ส่วนจอร์จเลิกเรียนหนังสือมาตั้งแต่มีอายุได้เพียง 15 ปี ซึ่งต่อมาเขาก็ได้แหล่งทำงานกับร้านขายหนังสือและเครื่องเขียนแห่งหนึ่ง ในขณะเดียวกันก็เรียนหนังสือตอนกลางคืน หลังจากนั้นเพียง 5 ปี จึงเปลี่ยนไปศึกษาศิลปะที่เมือง Oxford และในที่สุดเข้าศึกษาแผนกประติมากรรมในปี ค.ศ. 1965 ที่ St. Martin’s School of Art แห่งกรุงลอนดอน โดยครูท่านหนึ่งเป็นผู้ติดต่อสถานศึกษานี้ให้ ซึ่งในระยะนั้นเป็นช่วงที่วงดนตรี Beatles และ The Rolling Stones กำลังเป็นที่นิยมของคนรุ่นใหม่ทั่วโลก และทำให้ทุกคนต่างหันมาสนใจความเคลื่อนไหวในกรุงลอนดอน ลอนดอนจึงได้ชื่อว่าเป็นเมืองแห่ง "ความรักอิสระ" ที่นั่น กิลเบอร์ทก็ปรารถนาที่จะไปเยี่ยมเยือนเช่นกัน และเข้าศึกษาศิลปะที่ St. Martin’s School of Art ในปี ค.ศ.1967 ณ ที่นั้นเขาจึงพบกับจอร์จ

ภายใต้การศึกษาศิลปะกับ แอนโธนี คาโร (Anthony Caro) ประติมากรมที่มีชื่อเสียงผู้หนึ่ง กิลเบอร์ทกับจอร์จ จำต้องตั้งอกตั้งใจสร้างสรรค์ผลงานแบบแนวคิด ค้นหารูปทรงประติมากรรมเชิงนามธรรม โดยใช้วัสดุและสีให้มีความ สัมพันธ์กับรูปทรง ปริมาตร และพื้นที่ ทั้งๆที่ ศิลปินทั้งสองได้ออกมายอมรับภายหลังว่า อันที่จริง สิ่งที่เขาทั้งสองสนใจในเวลานั้นก็คือ ความ รู้สึก อารมณ์และความสัมพันธ์ทางเพศ อันเป็นข้อต้องห้ามสำหรับสถาบันที่ศึกษาในเวลานั้น ในปี ค.ศ. 1969 ถึงแม้กิลเบอร์ทกับจอร์จไม่ได้รับเชิญร่วมแสดงนิทรรศการ "When Attitude becomes Form" ซึ่งจัดโดย Harald Szeemann แต่ศิลปินทั้งสองก็ไปในวันเปิดนิทรรศการนี้ในฐานะของ "รูปประติมากรรมมีชีวิต" ("Living Sculptures") โดยใช้สีโลหะทาที่ใบหน้า ลำคอ และมือ อีกทั้งยังยืนเหมือนหุ่นนิ่งเป็นชัวโมงกลางห้องแสดงนิทรรศการ (1) ด้วยวิธีนี้เขาทั้งสองจึงไม่เพียงสามารถช่วงชิงความสนใจของผู้ชมที่มีต่อผลงานของศิลปินอื่นเท่านั้น หากยังได้มีโอกาสพบปะกับเจ้าของแกเลอรี่ที่สำคัญที่สุดผู้หนึ่งในประเทศเยอรมันนีขณะนั้น คือ คอนราด ฟิเชอร์ (Konrad Fischer) แห่งเมือง Düsseldorf เขาผู้นี้เองที่เป็นผู้แนะนำ กิลเบอร์ทกับจอร์จ แก่หอศิลป์และสถาบันศิลปะต่างๆในประเทศเยอรมันนี และยังติดต่อให้ศิลปินทั้งสองไปแสดงสด (Performance) "รูปประติมากรรมร้องเพลง" ("Singing Sculpture") ในปี ค.ศ. 1970 ณ หอศิลป์แห่งเมือง Düsseldorf ด้วย ในการแสดงสดครั้งนั้น กิลเบอร์ทและจอร์จ ปรากฏตัวด้วยการแต่งชุดสูทแบบนักธุรกิจชาวอังกฤษ และทาสีโลหะบนร่างกายเช่นกัน แต่จะต่างจากเดิมก็ตรงที่ มีการเต้นตามจังหวะเพลง "Underneath the Arches" (2) ของ Flanagan และ Allen (Bud Flanagan [1896-1968] และ Chesney Allen [1893-1982]) บนโต๊ะทุกวัน วันละ 8 ชั่วโมง เป็นเวลายาวนานถึงหนึ่งอาทิตย์

ถึงกระนั้น ศิลปินทั้งสองยังคงยืนกรานมาตลอดว่า "รูปประติมากรรมมีชีวิต" ("Living Sculpture") นั้น ไม่ใช่การแสดงสด (Performance) แต่นั่นคือชีวิตอันแท้จริงของพวกเขา ตั้งแต่นั้นเป็นต้นมา กิลเบอร์ทและจอร์จ ก็เริ่มมีชื่อเสียงโด่งดังไปทั่วโลก ซึ่งภายหลังเขาทั้งสองก็เลิกทาสีโลหะบนลำตัว แต่ยังแต่งชุดสูทแบบนักธุระกิจชาวอังกฤษ ปรากฏตัวไปตามเมืองต่างๆทั่วโลก ด้วยท่าทีอันสุขุม สุภาพ มั่นคง แต่กลับไม่แสดงสีหน้าใดๆ และกลายเป็นเอกลักษณ์เฉพาะของศิลปินทั้งสองในเวลาต่อมา และถึงแม้กิลเบอร์จกับจอร์จจะเคยเล่าถึงความสัมพันธ์ส่วนตัว จากการให้สัมภาษในปี ค.ศ. 2002 ไว้ว่า เขาทั้งสอง "เริ่มรักกันมาตั้งแต่เห็นหน้ากันเป็นครั้งแรก" (3) แต่เนื่องจากพฤติกรรมที่เย็นชาต่อกัน เมื่อปรากฏตัวไปทุกสถานที่ จึงทำให้คนทั่วไปไม่เชื่อว่าเขาทั้งสองใช้ชีวิตคู่ร่วมกันมาตลอด และเข้าใจว่าศิลปินทั้งสองกำลังแสดงละคร เพื่อเป็นการโฆษณาให้คนสนใจเท่านั้น เนื่องจากเวลาผ่านไปนานถึง 40 ปี ประกอบกับภาพยนต์สารคดี เกี่ยวกับประวัติชีวิตจริงในรอบ 25 ปีที่ผ่านมา ซึ่งเขาทั้งสองได้จัดแสดงไปเมื่อเร็วๆนี้ จึงไม่มีใครเคลือบแคลงใจต่อไปว่า เขาทั้งสองได้ใช้ชีวิตร่วมกันจริงหรือไม่ ซึ่งแม้ว่าการใช้ชีวิตคู่ของกิลเบอร์ทกับจอร์จนั้นดูจะเป็นเรื่องอื้อฉาวที่สุดในยุโรป แต่ขณะเดียวกันทั้งสองก็สา มารถแสดงบทบาทของสุภาพบุรุษอังกฤษได้สมบูรณ์ที่สุดเช่นกัน เพราะทั้งสองไม่เคยเอ่ยถึงความสัมพันธ์ทางเพศส่วนตัวเลยแม้แต่ครั้งเดียว นอกจากจะแสดงสดเป็น "รูปประติมากรรมมีชีวิต" บนเวทีของศิลปะร่วมสมัยเท่านั้น

Gilbert & George: Cancan จากผลงานชุด „Jack Freak Pictures“, 2008. 226 x 190 cm. © Gilbert & George

Gilbert & George: Streetparty. จากผลงานชุด „Jack Freak Pictures“, 2008. 381 x 604 cm. © Gilbert & George

ตั้งแต่สมัยที่กิลเบอร์ทกับจอร์จกำลังอยู่ในระหว่างการศึกษา เขาทั้งสองก็อาศัยอยู่ในบ้านเก่าแก่หลังหนึ่ง ตั้งอยู่ในเขตุ สไปทอลฟิลส์ (Spitalfield) แถบอิสต์เอนด์ (East End) ของกรุงลอนดอน ซึ่งต่อมาศิลปินทั้งสองก็ได้ซื้อบ้านหลังนี้ ทำการซ่อมแซมปรับปรุงและอนุรักษ์ให้เป็นไปตามสภาพเดิมอย่างสมบูรณ์ทุกประการ ที่อยู่อาศัยของเขาอยู่ในถิ่นที่มีประวัติเก่าแก่ เต็มไปด้วยชาวต่างชาติ และผู้อพยพลี้ภัยจากทุกสารทิศของโลก ซึ่งชุมชนส่วนใหญ่ที่อยู่อาศัยมาตั้งแต่ทศวรรษที่ 1960 คือ ชาวปากีสถาน (Pakistan) แถบนี้จึงเต็มไปด้วยผู้คนที่ยากจน เสพสุราและใช้ชีวิตนอกกรอบ เนื่องจากศิลปินทั้งสองสร้างสรรค์ผลงานเชิงประติมากรรมมาตลอด และไม่เคยศึกษาทางด้านจิตรกรรม เทคนิคการสร้างสรรค์ของเขาต่อมาก็คือ "ภาพถ่าย" พวกเขาทั้งสองมักจะสำรวจและถ่ายภาพตามบริเวณถิ่นที่ตนอาศัยอยู่ อันเต็มไปด้วยชีวิตที่ลำบากแร้นแค้น และการทำลาย จากภาพถ่ายหมื่นภาพ พวกเขาจะเลือกภาพบางส่วนออก และขยายอัดบนกระดาษภาพถ่ายที่หาได้ใหญ่ที่สุด คือขนาด 50 x 60 ซ.ม. จากนั้นจึงนำภาพขยายเหล่านั้นมาติดบนกระดาษแข็งชนิดพิเศษ และประกอบบนกรอบโลหะสีดำให้กลายเป็นภาพลานตาเหมือนฉากขนาดใหญ่ที่ติดบนผนังห้อง ศิลปินทั้งสองยังคงสร้างสรรค์ผลงานด้วยวิธีนี้อย่างไม่เปลี่ยนแปลงตราบจนทุกวันนี้ ผลงานสร้างสรรค์ของกิลเบอร์ทกับจอร์จจึงมีลักษณะเป็นภาพเชิงคาเลโดสโคป (kaleidoscope) หรือภาพปะติดเป็นลวดลายรูปทรงเรขาคณิต ประกอบบนผนังมานานกว่า 30 ปี ผลงานเหล่านี้มีลักษณะเหมือนภาพขยายใกล้ บ้างก็สร้างภาพแบบเนกาทีฟ (ภาพถ่ายอัดบนกระดาษคือภาพโพสิทีฟ บนฟิล์มคือภาพเนกาทีฟ) ซึ่งแฝงไปด้วยสาระแห่งชีวิต และนำมาซ้อนกันหลายชั้นจนนับไม่ถ้วน ก่อนที่จะนำภาพที่พิมพ์ด้วยเทคนิคอันซับซ้อน มาประ กอบในกรอบตาข่ายขนาดใหญ่ที่เตรียมติดตั้งบนผนังไว้ในที่สุด ตั้งแต่ปี ค.ศ. 2004 เป็นต้นมา พวกเขากลับนำภาพตัดต่อเหล่านี้ ซึ่งบางครั้งก็มีจำนวนถึงเจ็ดหมื่นภาพ แต่ละภาพจะมีสาระตามหัวข้อของนิทรรศการ และใช้คอมพิวเตอร์ตัดต่อเปลี่ยนแปลงให้มีลักษณะเป็นลวดลายเชิงภาพลานตาแบบคาเลโดสโคป (kaleidoscope) ภาพพิมพ์ที่นำมาประกอบเป็นฉากบนผนังเหล่านี้ คาดว่าใช้เทคนิคการพิมพ์ในรูปแบบของ C-Prints (chromagenic color prints)

สาระของผลงาน ซึ่งศิลปินทั้งสองนำเสนอมาแต่แรกมักเน้นสิ่งที่ทำให้คนส่วนใหญ่ช็อค (shock) เริ่มตั้งแต่ปี ค.ศ. 1980 เขาทั้งสองได้ถ่ายภาพชายหนุ่มที่แสดงท่าทางอันดึงดูดสายตา ในท่ามกลางดอกไม้ที่ถ่ายในระยะใกล้ และกลีบดอกกำลังแตกสะพรั่ง ภาพเหล่านี้ทำให้ศิลปินทั้งสองถูกกล่าวหาว่า ทำแต่ศิลปะแสดงกามกิจร่วมเพศ ภาพของเด็กหนุ่มทำให้เขาทั้งสองเหมือนมีแนวโน้มรักร่วมเพศกับเด็ก (pedophilia) หลังจากที่เด็กหนุ่มนายแบบส่วนใหญ่ เสียชีวิตลงด้วยโรคเอดส์ ประกอบกับศิลปินทั้งสองไม่อาจรับผิดชอบต่อการแสดงออกด้านการรักร่วมเพศของตนได้อีกต่อไป ทำให้เขาทั้งสองจำต้องหยุดโครงการสร้างสรรค์รูปแบบนี้ และแล้ว ในปี ค.ศ. 1994 กิลเบอร์ทและจอร์จ จึงแสดงผลงานชุดใหม่ "The Naked Shit Pictures" โดยที่เขาทั้งสอง ซึ่งเวลานั้นต่างก็อยู่ในวัยที่เสน่ห์วายลงนานแล้ว ยืนล่อนจ้อนและหัน "ส่วนที่ดีที่สุด" ไปยังทิศทางผู้ชม ผลงานอีกชิ้นหนึ่ง ผู้ชมจะเห็นกองอุจจาระก้อนสูงเท่าคน ซึ่งศิลปินทั้งสองต้องการทำให้เป็นสัญลักษณะของโลกจุลนินทรีย์อันมหัศจรรย์ ที่ประกอบด้วยหยดเลือด น้ำปัสสาวะ และน้ำตา แต่นี่ยังเป็นแค่ผลงานที่ไม่ถึงขั้นกับกล่าวได้ว่า เขาทั้งสองตั้งใจสร้างขึ้นเพื่อช็อคผู้ชม เขาเพียงแต่ต้องการแสดงภาพชีวิตจริงของมนุษย์อย่างไม่ปราณีปราศัย เพื่อให้เป็น "ศิลปะสำหรับทุกคน" ที่ทั้งเด็ก ผู้ใหญ่และผู้สูงอายุ เข้าใจเรื่องของสังคมและการเมืองทั้งหมดได้ถ้วนหน้า กิลเบอร์ทและจอร์จเคยให้เหตุผลว่า "ก้น" ที่เปลือยเปล่าล่อนจ้อน ก็คือส่วนหนึ่งของร่างกายมนุษย์ที่บอกอัตลักษณะของเจ้าของได้เช่นเดียวกับหน้าตา เขาเคยกล่าวจากการสัมภาษณ์ครั้งหนึ่งว่า "ศิลปะของพวกเรา นับวันก็จะเป็นประชาธิป ไตยมากขึ้น เราไม่เห็นด้วยกับศิลปินบางคน ที่พูดว่า `ผมสร้างผลงานแบบนี้ เพระผมเห็นว่าสวยดี ถ้ามีคนเข้าใจ ก็ยิ่งดี แต่ถ้าไม่เขาใจก็โชคไม่ดีเอง ช่วยอะไรไม่ได้´ ซึ่งพวกเราเห็นว่า การแสดงความคิดออกมาเช่นนั้นเป็นการเห็นแก่ตัว น้ำเน่า และไม่มีประโยชน์ต่อมนุษย์ [..] ศิลปินควรมีจิตสำนึกรับผิดชอบและหน้าที่สำหรับขบวนการเคลื่อนไหวของวัฒนธรรมในอนาคตด้วย" (4)

Gilbert & George: War Dance. จากผลงานชุด „Jack Freak Pictures“, 2008. 151 x 190 cm. © Gilbert & George

เป็นเวลากว่า 20 ปี มาแล้วที่ "British Council" ปฏิเสธให้ความช่วยเหลือโครงการต่างประเทศของ กิลเบอร์ทและจอร์จ นั่นเป็นเพราะความละอายใจต่อสาระที่เห็นได้ชัดในผลงานของศิลปินทั้งสอง และเข้าใจว่าเป็นเรื่องสกปรก ไม่เพียงเท่านั้น "British Council" ยังพยายามขัดขวางนิทรรศการที่ประสบความสำเร็จอย่างสูงของพวกเขา ที่จัดแสดงที่กรุงมอสโก (Moscow) ในปี ค.ศ. 1990 ท้ายสุดศิลปินทั้งสองเพิ่งจะได้รับการสนับสนุนจากสถานทูตอังกฤษ ในวันเปิดงานนิทรรศการ ณ หอศิลป์แห่งชาติ ที่กรุงปักกิ่งในปี ค.ศ.1993 ปัจจุบันสถานการณ์ได้เปลี่ยนไปอย่างสิ้นเชิง ในปี ค.ศ. 2005 "British Council" ได้เชิญให้ กิลเบอร์ทกับจอร์จ เป็นตัวแทนสำหรับประเทศอังกฤษ ในงานมหกรรมศิลปะแห่งเวนิซเบียนนาเล่ ประจำปี ค.ศ.2007 ทั้งสองเป็นศิลปินอังกฤษคู่แรกที่มีโอกาสแสดงนิทรรศครั้งยิ่งใหญ่สุดที่เขาทั้งสองเคยแสดงมา ณ หอศิลป์ Tate Modern แห่งกรุงลอนดอน จากนั้นก็ที่เมืองมิวนิค เมืองตูริน และที่สหรัฐอเมริกาอย่างต่อเนื่อง เวลานั้นทั้งสองได้สร้างสรรค์ผลงานไว้เกินกว่าพันชิ้น ตั้งแต่ปี ค.ศ. 2010 เป็นต้นมา ศิลปินทั้งสองได้รับการสนับสนุนจาก "British Council" ให้ออกตระเวนแสดงนิทรรศการไปทั่วทวีปยุโรป ด้วยผลงานชุด "Jack Freak Pictures" ที่ถูกสร้างขึ้นตั้งแต่ปี ค.ศ. 2008 จำนวน 153 ชิ้น ซึ่งเป็นผลงานที่ใหญ่ที่สุดที่ศิลปินเคยสร้างมา หลังจากนิทรรศการที่ "Centre of Fine Art" ณ กรุงบรัสเซลส์ (Brussels) ประเทศเบลเยียมแล้ว ก็ต่อด้วยการแสดงที่หอศิลป์ "Deichtorhallen" ตั้งแต่เดือนกุมภาพันธ์จนถึงเดือนพฤษภาคม ศกนี้ ณ เมืองแฮมเบอร์ก (Hamburg) จากเดือนกรกฏาคม ถึง ตุลาคม จัดแสดงที่หอศิลป์ "Lentos Kunstmuseum" แห่งนครลินซ์ (Linz) ประเทศออสเตรีย (Austria) และท้ายสุด ที่หอศิลป์ "Laznia Centre for Contempory Art" แห่งเมืองกดัญสก์ (Gdansk) หรือชื่อเดิมดันซิก ประเทศโปแลนด์ (Poland)

Gilbert & George: Britainers. จากผลงานชุด „Jack Freak Pictures“, 2008. 254 x 302 cm. © Gilbert & George

Gilbert & George: Brits. จากผลงานชุด „Jack Freak Pictures“, 2008. 226 x 190 cm. © Gilbert & George

สาระของผลงานชุดนี้คือธงชาติ "Union Jack" ของประเทศอังกฤษ ซึ่งเขาทั้งสองทำให้มีลักษณะเป็นภาพลานตา เหมือนภาพในกล้องคาเลโดสโคป (kaleidoscope)เช่นเดิม ส่วนใหญ่ทำเป็นลวดลาย ตัดต่อและวางกระจายบนภาพ รูปของศิลปินทั้งสองจะปรากฏในผลงานทุกชิ้น บางภาพทั้งสองสวมชุดสูทมีลวดลายและสีอันฉูดฉาดดูพิสดารแสดงท่าเต้น บางภาพก็ปรากฏแต่ส่วนตาหรือส่วนใดส่วนหนึ่งของร่างกาย ผลงานบางชิ้นก็ทำให้มีใบหน้าบิดเบี้ยวไปทุกทิศทาง และจัดวางให้เป็นลวดลายแบบภาพลานตา นอกจากนี้แล้วทั้งสองยังใช้เหรียญ เครื่องราง (amulet) ต้นไม้ ถนน ผังเมืองของแถบ East End เป็นองค์ประกอบ ซึ่งล้วนแล้วแต่สท้อนสาระของสังคมและการเมือง แสดงให้เห็นชีวิตอันหลากหลาย เฉกเช่นสังคมของชาวอังกฤษ โดยใช้ความลานตาแบบภาพคาเลโดสโคป (kaleidoscope) เป็นสื่อ อันจะเห็นได้จากผลงาน "Bleeding Medals" "Christian England" "Briticism" "War Dance" ร่างกายของศิลปินเองถูกดัดแปลงให้กลายเป็นอมนุษย์ ที่ปรากฏตัวทั้งในฐานะของศาสดาและอสูรกาย สท้อนสังคมที่เจ็บระบม และตกสะเก็ด ทั้งในอดีตและอนาคต

ภาพที่พิมพ์ในสูจิบัตรจะแสดงแต่ผลงานขนาดใหญ่ ผู้ใดที่สนใจบทความเขียนเกี่ยวกับผลงานของกิลเบอร์ทและจอร์จ สามารถหาอ่านได้จากสูจิบัตรฉบับที่ศิลปินทั้งสองแสดง ณ หอศิลป์ "Tate Modern" เมื่อปี ค.ศ. 2007 ผลงานที่น่าสนใจยิ่งอีกชิ้นหนึ่งคือ ภาพยนต์สารคดี "With Gilbert + George" จากปี ค.ศ. 2009 จัดทำโดย จูเลียน โคล (Julian Cole) ซึ่งร่วมแสดงในนิทรรศการนี้เช่นกัน สารคดีนี้หาซื้อได้ในรูปแบบแผ่นใส DVD (5) จูเลียน โคล รู้จักกับ กิลเบอร์ทและจอร์จ มาตั้งแต่ปี ค.ศ. 1986 เมื่อตอนที่เขาเป็นนายแบบให้เขาทั้งสอง ภาพยนตร์สารคดีของโคล ได้มีการถ่ายทำเป็นระยะเวลายาวนานรวมทั้งสิ้นเกือบยี่สิบปี และจัดได้ว่าเป็นผลงานศิลปะแบบภาพเคลื่อนไหวที่สำคัญชิ้นหนึ่ง ที่ศิลปินหัวก้าวหน้าของศิลปะร่วมสมัยได้เคยทำมา

(1) ข้อสังเกต: ในสมัยนั้นยังไม่มีใครแสดงสดแบบยืนนิ่ง และทาลำตัวด้วยสีเงินหรือทองให้ดูเหมือนเป็น"รูปประติมากรรมมีชิวิต" ดังที่เราเห็นมีผู้แสดงกันทั่วทุกมุมโลกในปัจจุบัน

(2) Gilbert และ George เคยกล่าวไว้ว่า "อย่าคิดอะไรมากเด็ดขาด" ตอนให้สัมภาษณ์ ในนิตยสารศิลปะ "อาร์ต" โดย Sandra Bartoli และ Kito Nedo ณ เบอร์ลิน ในวันที่ 18 มิถุนายน ค.ศ. 2009 ดูได้ที่:
http://www.art-magazin.de/kunst/19601/gilbert_george_interview

(3) The Daily Telegraph, London, 28.5.2002, ดูได้ที่
http://www.arttattler.com/archivegilbertandgeorge.html

(4) KünstlerInnen : 50 Gespräche, สัมภาษณ์โดย Wolf Jahn ณ กรุงเวียนนา ค.ศ. 1992, หน้า 89, Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 1997

(5) Julian Cole: With Gilbert + George, DVD, Edition Salzgeber, http://www.salzgeber.de/ , 104 นาที, บรรยายทั้งภาษาอังกฤษและเยอรมัน เบอร์สั่งซื้อ D 236


GILBERT & GEORGE

Ihre Geschichte begann an weit von einander entfernten Orten Europas, mitten in den Wirren des Zweiten Weltkriegs. Gilbert wurde 1943 als Gilbert Proesch in einem Dorf in den norditalienischen Dolomiten geboren, George 1942 als George Passmore in der Hafenstadt Plymouth im Süden Englands. Beide wurden in ärmlichen Verhältnissen groß. Gilberts Vater war Schuster und tauschte die angefertigten Schuhe gegen Lebensmittel für seine Familie. George und sein Bruder wuchsen ohne Vater auf. Die Mutter war geschieden, und bald nach seiner Geburt wurden sie wegen der deutschen Bombenangriffe auf Plymouth in die kleine Stadt Totnes evakuiert. Gilbert’s kreative Fähigkeiten wurden früh gefördert. Schon im Alter von 14 Jahren ging er an die Münchner Akademie und studierte dort für sechs Jahre. George verließ mit 15 Jahren die Schule und fand eine Arbeit in einem Buch- und Schreibwarenladen. Er besuchte Abendkurse, und nach fünf Jahren wechselte er auf eine Kunstschule in Oxford. Schließlich ging er durch die Vermittlung eines Lehrers nach London und begann 1965, an der Abteilung für Skulptur der St. Martin’s School of Art zu studieren. Zu dieser Zeit schaute ganz Europa nach London. Es war die Zeit der Beatles und der Rolling Stones, und London galt als die Stadt der „freien Liebe“. Dort wollte Gilbert hin. 1967 wurde er auf der St. Martin’s School of Art angenommen und traf George.

Die Ausbildung dort unter Anthony Caro konzentrierte sich auf konzeptuelle und formale Fragen abstrakter Skulptur, auf die angemessene Verwendung von Materialien und Farben, auf die Beziehungen von Maßen, Formen und Raum. Alles was sie eigentlich interessierte, sagten Gilbert & George später, Empfindungen, Emotionen, Gefühle und Sexualität, waren an der Schule tabu. Als sie 1969 wider Erwarten zu der von Harald Szeemann initiierten Ausstellung „When Attitude becomes Form“, die in London gastierte, nicht mit ihren Arbeiten eingeladen wurden, ging sie als „lebende Skulpturen“ („Living Sculptures“) zur Eröffnung der Ausstellung. Sie hatten Gesicht, Hals und Hände mit Metallfarbe bemalt und verharrten stundenlang regunglos in der Mitte des Raumes. (1) Sie stahlen nicht nur allen anderen Künstlern die Show, sondern trafen mit dem aus Düsseldorf angereisten Konrad Fischer auch den wichtigsten Galeristen der Zeit. Er vermittelte Gilbert & George an deutsche Galerien und Kunstvereine und sorgte dafür, dass sie mit ihrem Auftritt als „Singing Sculpture“ 1970 an die Düsseldorfer Kunsthalle eingeladen wurden. Mit Metallfarbe bemalt und in englische Business-Anzüge gekleidet tanzten sie eine Woche lang täglich acht Stunden auf einem Tisch zu einer Schallplattenaufnahme von Flanagan and Allen's Song „Underneath the Arches“. (2)

Seitdem bestanden sie darauf, dass diese Aufführungen keine Performances waren, sondern dass sie selbst und ihr ganzes Leben als „Living Sculpture“ zu verstehen sei. Sie wurden damit weltberühmt. Auf die Metallfarbe verzichteten sie fortan, aber ihre Business-Anzüge, die gemessenen Bewegungen, mit denen sie durch die Städte der Welt schreiten, und ihre unbewegten Gesichter wurden zu ihrem Markenzeichen. Obwohl sie 2002 in einem Interview zu ihrer persönlichen Beziehung sagten, es seit „Liebe auf den ersten Blick“ gewesen, (3) bezweifelte man wegen ihres distanzierten Benehmens, dass sie überhaupt ein Paar sein könnten und hielt ihr Auftreten für einen über Jahre gespielten Werbegag. Nach vierzig Jahren und einem jüngst erschienenen Dokumentarfilm, der Originalaufnahmen von ihren Projekten und aus ihrem Privatleben der letzten 25 Jahre zeigt, kann heute aber kein Zweifel mehr daran bestehen, dass Gilbert & George wirklich untrennbar „Gilbert and George“ sind, dass sie als zwei der skandalträchtigsten europäischen Künstler zugleich perfekte „Englische Gentlemen“ darstellen, die über ihre sexuelle Beziehung niemals sprechen, und dass sie als „Living Sculpture“ eine Ausnahmeerscheinung in der zeitgenössischen Kunst verkörpern.

Gilbert & George: Cancan. Aus der Serie „Jack Freak Pictures“, 2008. 226 x 190 cm. © Gilbert & George

Gilbert & George: Streetparty. Aus der Serie „Jack Freak Pictures“, 2008. 381 x 604 cm. © Gilbert & George

Seit ihrem Studium leben Gilbert & George im Stadtteil Spitalfield im Londoner East End in einem historischen Haus, das sie später kauften und stilgerecht restaurierten. Es ist seit Jahrhunderten die Gegend, in der sich Ausländer und Flüchlinge aus aller Welt ansiedelten, die seit den sechziger Jahren von Pakistani dominiert wurde und in der sonst nur Arme, Alkoholiker und soziale Randgruppen leben. Da die beiden Künstler den Bereich der Skulptur bereits eindeutig belegt und keine Malerei studiert hatten, wählten sie für ihre künstlerische Produktion fortan die Fotografie. Sie zogen unablässig in ihrem Stadtteil herum und fotografierten, was sich an menschlichem Elend, an Leiden und Zerstörung finden ließ. Aus Zehntausenden von Fotos wählten sie Details aus, belichteten diese auf die größtmöglichen erhältlichen Fotopapiere von 50 x 60 Zentimetern und setzten diese auf Museumskarton montierten Fotoarbeiten in schwarzen Metallrahmen zu wandfüllenden Tableaus zusammen. Von diesem Gestaltungsprinzip sind sie bis heute nicht abgewichen. Dreißig Jahre lang konzipierten sie die häufig kaleidoskopartig und zu geometrischen Mustern zusammengesetzten Tableaus mit Leitern direkt auf der Wand, konfrontierten gezoomte Motive, Verfremdungen ihrer Fotonegative und die dahinter versteckten Themen des menschlichen Lebens in unzähligen Schichten, bevor sie die Tableaus in Druckanstalten in aufwendigen Verfahren produzieren und dann exakt für das auf die Wand montierte Rahmengitter zurichten ließen. Seit 2004 verwenden sie für die Bearbeitung der bis zu 70.000 Fotos, die einem Ausstellungsthema zugrunde liegen, Computer und Bildbearbeitungsprogramme, mit denen sie die kaleidoskopartigen Muster und Verfremdungen erzeugen. Die einzelnen Drucke, aus denen die Wandtableaus dann zusammengesetzt werden, sind vermutlich digitale C-Prints.

Die Themen der Bilder, in denen sie von Anfang an auch selbst auftraten, waren für die Öffentlichkeit immer schockierend. 1980 begannen sie junge Männer zu fotografieren und sie in verführerischen Posen zwischen Nahaufnahmen von Blumen und aufbrechenden Blütenblättern zu arrangieren. Die Bilder trugen ihnen den Vorwurf homoerotischer Kunst ein, Bilder mit kleinen Jungen brachten sie in die Nähe zur Pädophilie. Sie beendeten dieses Thema, als ein großer Teil ihrer Modelle an AIDS gestorben war und sie die Verantwortung für das Zurschaustellen des Erotischen nicht mehr ertragen konnten. 1994 zeigten sie in „The Naked Shit Pictures“ - sie selbst waren inzwischen ältere Herren und nicht mehr attraktiv - wie sie sich völlig entblößten und dem Betrachter ihren nackten Anus entgegenstreckten. Auf anderen Bildern waren mannshohe Kotwürste zu sehen, und sie präsentierten die wunderbar ornamentale Welt von Mikroorganismen, die in Blut-, Urin- und Tränentropfen zu finden sind. Dabei war es gar nicht eine vordergründige Absicht zu schockieren, die sie in ihrer Kunst antrieb. Sie wollten nur alle Bereiche des menschlichen Lebens schonungslos abbilden, eine „Kunst für alle“ schaffen, die von kleinen Mädchen, erwachsenen Menschen und Großmüttern gleichermaßen verstanden werden konnte, und in der alle sozialen und politischen Themen vorkommen sollten. Der nackte Anus, so sagten Gilbert & George, sei für das Aussehen des Menschen ebenso charakteristisch wie sein Gesicht. In einem Interview sagten sie: „Wir nennen unsere Kunst mehr und mehr demokratisch. Wir mögen nicht die Ideen jener Künstler, die sagen: ‚Ich tue was ich tue, weil ich es so schön finde. Wenn ihr mich versteht, ist es gut, wenn nicht, habt ihr Pech gehabt.‘ Wir denken, das ist selbstsüchtig, dekadent, und es nützt den Menschen nicht ... Der Künstler sollte eine Veranwortung spüren, und dass er eine Pflicht für die Zukunft der kulturellen Prozesse hat.“ (4)

Gilbert & George: War Dance. Aus der Serie „Jack Freak Pictures“, 2008. 151 x 190 cm. © Gilbert & George

Über dreißig Jahre lang weigerte sich die britische Regierung, Projekte von Gilbert & George im Ausland zu unterstützen. Man schämte sich für den angeblichen Schmutz, der auf ihren Bildern zu sehen war. Das British Council versuchte, ihre überaus erfolgreiche Ausstellung 1990 im „Haus der Künstler“ in Moskau zu verhindern. Für die Eröffnung ihrer Ausstellung 1993 in der Nationalgalerie in Beijing erhielten sie erst ganz zum Schluss die Unterstützung der britischen Botschaft. Heute hat sich die Situation völlig verändert. 2005 lud das British Council Gilbert & George ein, Großbritannien auf der Biennale in Venedig zu vertreten. 2007 erhielten sie als erste Britische Künstler die Gelegenheit, ihre bislang größte Einzelausstellung in der Tate Modern in London zu zeigen, die anschließend in München, Turin und in Amerika zu sehen war. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie weit über eintausend Bilder geschaffen. Seit 2010 tourt eine Ausstellung mit der größten jemals von ihnen geschaffenen Bilderserie, den 2008 entstandenen 153 „Jack Freak Pictures“ mit Unterstützung des British Council durch Europa. Nach dem Centre of Fine Arts in Brüssel ist die Ausstellung von Februar bis Mai 2011 in den Deichtorhallen in Hamburg zu sehen, geht von Juni bis Oktober 2011 an das Lentos Kunstmuseum nach Linz und anschließend an das Laznia Centre for Contemporary Art nach Danzig/Gdansk (Polen).

Gilbert & George: Britainers. Aus der Serie „Jack Freak Pictures“, 2008. 254 x 302 cm. © Gilbert & George

Gilbert & George: Brits. Aus der Serie „Jack Freak Pictures“, 2008. 226 x 190 cm. © Gilbert & George

Hauptmotiv dieser Bilderserie ist die Britische Nationalflagge, der „Union Jack“, der in kaleidoskopartigen Mustern und Verfremdungen den Großteil der Bilder überzieht. Auch die beiden Künstler sind auf fast allen Bildern präsent, indem sie in grotesken, farbig gemusterten Anzügen Tänze aufführen oder sich, auf ihre Augen, einzelne Gliedmaßen und in alle Richtungen verzerrten Gesichter reduziert, in die Kaleidoskop-Muster einfügen. Medaillen, Amulette, Bäume, Straßenansichten und Stadtpläne von East London sind die weiteren Motive, vor denen alle nur denkbaren politischen und sozialen Themen wie „Bleeding Medals“, „Christian England“, „Briticism“, „War Dance“ durchdekliniert und als Kaleidoskop des Lebens und der britischen Gesellschaft präsentiert werden. Sie selbst erscheinen in unendlichen Verfremdungen als ihre eigenen Mutationen, in ihrer unmenschlichen Präsenz als Propheten und Monster, die Vergangenes und Zukünftiges und das Aufbrechen der verkrusteten Gesellschaftsformen repräsentieren.

Der Ausstellungskatalog reproduziert alle Bilder in großem Format. Wer an einführenden Texten in das Werk von Gilbert & George interessiert ist, sollte jedoch den Katalog der Ausstellung in der Tate Modern 2007 konsultieren. Ein absolutes Highlight ist der 2009 entstandene Film „With Gilbert + George“ von Julian Cole, der in der Ausstellung gezeigt wird und als DVD erhältlich ist. (5) Cole lernte Gilbert & George 1986 kennen, als er ihnen Modell stand. Sein Dokumentar-Film zeigt originales Film-Material aus fast zwei Jahrzehnten und ist einer der besten und wichtigsten Filme, die jemals über zeitgenössische Kunst und ihre Protagonisten produziert wurde.

(1) Es ist darauf hinzuweisen, dass es zu dieser Zeit die heute auf allen Plätzen der Welt auftretenden, regungslos und vollständig mit Silber- oder Goldfarbe bemalten Schausteller, die sich als lebende Skulpturen präsentieren, noch nicht gab.

(2) Gilbert & George, „Nie zuviel nachdenken!“, Interview mit Sandra Bartoli und Kito Nedo, in: ART, Das Kunstmagazin, Berlin 18.6.2009, http://www.art-magazin.de/kunst/19601/gilbert_george_interview

(3) The Daily Telegraph, London, 28.5.2002, siehe http://www.arttattler.com/archivegilbertandgeorge.html

(4) KünstlerInnen : 50 Gespräche, hrsg. von Wolf Jahn, Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 1997, S. 89

(5) Julian Cole: With Gilbert + George, DVD, Edition Salzgeber, http://www.salzgeber.de/ , 104 Minuten, in englischer Sprache mit deutschen Untertiteln, Bestell-Nr. D 236

May 27, 2011

Cosima von Bonin

Axel Feuss:
COSIMA VON BONIN












 












in: Fine Art Magazine, Vol. 8, No. 77, Chiang Mai/Bangkok, March 2011, p. 32-35
(for German please scroll down)

Cosima von Bonin (โคสิมา ฟอน โบนิน)

Text: Dr. Axel Feuss แปล: ศิริวรรณ ผุงประเสริฐ

“มีค่าสูง และน่านิยมยิ่ง” นี่คือข้อความที่นิตยสารรายสัปดาห์ "Der Spiegel" (1) เขียนยกย่องผลงานของ Cosima von Bonin ศิลปินหญิงชาวเยอรมัน Cosima von Bonin ซึ่งได้ถูกตีพิมพ์เผยแพร่ลงในนิตย สารฉบับเมษายน ค.ศ. 2001 อันเป็นช่วงเวลาเดียวกันกับที่เธอแสดงนิทรรศการเดี่ยว ณ "สถาบันชมรมศิลปะ แห่งนครแฮมเบอร์ก" (Hamburger Kunstverein) ซึ่งถือเป็นนิทรรศการเดี่ยวที่ยิ่งใหญ่ที่สุดเท่าที่ศิลปินเคยแสดงมา ในงานแสดงครั้งนี้มีผลงานโดดเด่นชิ้นหนึ่งชื่อ "Bruder Poul sticht in See" (พี่พอลมุ่งสู่ทะเล) มีรูปลักษณ์เป็นเรือสีขาวขนาดใหญ่ตั้งตะแคงอยู่ และชวนให้นึกถึงศิลปินเชิงแนวคิดชาวเดนมาร์ก Poul Gernes (ค.ศ. 1925 ถึง 1996) ซึ่งครั้งหนึ่ง Poul Gernes เองก็เคยแสดงผลงานเรือสีขาว และสามารถยั่วยุท้าทายคนในวงการศิลปะขณะนั้น แต่ครั้งนี้ Cosima von Bonin ได้จัดวางผลงานของเธอด้วยประวัติชีวิตของ Poul Gernes โดยใช้ผลงานจิตรกรรมชื่อ "Targets" ของ Gernes เป็นองค์ประกอบในการจัดวาง พร้อมทั้งเขียนบทกวีลงบนผนัง เช่นเดียวกับที่นักเดินเรือบันทึกเล่าความเพ้อฝัน ความว้าเหว่จากการห่าง ไกลบ้านขณะท่องเรือไปประเทศอังกฤษ ด้วยวิธีนี้ Bonin ได้สร้างสรรค์ศิลปะรูปแบบหนึ่ง ที่ใช้องค์ประกอบต่างๆจากบุคคลที่เธอเคยมีสัมพันธไมตรีและศิลปินที่เธอยกย่อง ทั้งทางด้านทัศนศิลป์ คีตศิลป์ และวรรณศิลป์ รวมทั้งผลงานศิลปะที่เธอชื่นชม และข้อความอ้างอิงต่างๆ จากชีวิตประจำวัน มาจัดประสานเป็นผลงาน


Cosima von Bonin เกิดในปี ค.ศ. 1962 ที่นครมอมบาซ่า (Mombasa) ณ ประเทศเคนย่า (Kenya) จัดได้ว่าเป็นศิลปินที่มีรากฐานการสร้างสรรค์มาจากการศึกษาด้วยตนเอง (autodidact) และเริ่มมีชื่อเสียงเป็นที่รู้จักไปทั่วโลก หลังจากที่เธอร่วมแสดงผลงานในนิทรรศการ Documenta (โดคูเมนทา) ในปีค.ศ. 2007 ณ เมืองคัสเซล (Kassel) แห่งประเทศเยอรมนี วิธีการสร้างสรรค์ของเธอนั้น มีทั้งการจัดวางในรูป แบบที่ผู้ชมสามารถเดินชมภายในผลงานได้ และการจัดวางในรูปแบบเดี่ยวเชิงประติมากรรม ศิลปะการ แสดงสด วีดิทัศน์ศิลป์ และการจัดกิจกรรมทางดนตรี รวมทั้งกิจกรรมหมู่ในรูปแบบต่างๆ วัสดุที่เธอนิยมใช้ในการจัดวางคือ "ผ้า" ซึ่งเธอมักนำมาใช้ทั้งสองรูปแบบ คือ นำมาแขวนภายในพื้นที่จัดวางโดยไม่มีการเปลี่ยนแปลงใดๆ และการนำผ้าหลากสีสันมาเย็บเป็นรูปลักษณ์ต่างๆติดบนผืนผ้าขนาดใหญ่ รวมทั้งนำมาสร้างสรรค์เป็นรูปทรงต่างๆ เธอใช้ทั้งผ้าธรรมดาและผ้ากำมะหยี่ เย็บเป็นตุ๊กตาผ้าขนาดใหญ่ที่เป็นรูปสัตว์ และการ์ตูนล้อเลียนต่างๆ จากนั้นจึงนำตุ๊กตาผ้าเหล่านั้นมาเป็นองค์ประกอบจัดวาง ไม่เพียงเท่านั้น หากเธอยังจำลองพื้นที่หรืออาคารเลียนแบบสถานที่ที่มีอยู่จริง รวมทั้งจำลองรถด้วยวัสดุไม้และกล่องกระดาษ จากนั้นจึงใช้ผ้าคลุมรถจำลองนั้น จนทำให้ดูเหมือนรถมีชื่อเสียงรุ่นใหม่ที่เพิ่งสร้างเสร็จล่าสุด เธอใช้ความจริงจังเผชิญกับกระแสนิยม ทั้งทีเล่นและทีจริง ทั้งเสมือนจริงและจินตนาการ เธอหลอกล่อจินตนาการของผู้ชมด้วยรูปทรงที่ง่ายสะดุดตา กระตุ้นจินตภาพด้วยความไร้สาระ ก่อให้เกิดพื้นที่อันเต็มไปด้วยการละ เล่น และความหมาย

ในงานแสดงศิลปะ Documenta ครั้งที่ 12 ซึ่งจัดขึ้นเมื่อปีค.ศ. 2007 ภายใต้หัวข้อ "The Migration of Form" ผลงานที่นำมาแสดงส่วนใหญ่ในครั้งนั้น มักเป็นของศิลปินจากอัฟริกา เอเชีย และอเมริกาใต้ ซึ่งมุ่งแสดงสาระของปัญหา ความเป็นจริงในสังคม และเรื่องราวต่างๆ จากท้องถิ่นของตนเอง ด้วยเทคนิคการสร้างสรรค์ตามแบบอย่างตะวันตก ในรูปแบบของการจัดวาง การใช้วัสดุเป็นสื่อ วีดิทัศน์ศิลป์ ภาพลายเส้น และภาพจิตรกรรม Cosima von Bonin คือ หนึ่งในตัวแทนศิลปินจากประเทศเยอรมนีซึ่งมีเพียงไม่กี่คน เธอส่งผลงานชื่อ "Relax, It`‘s Only a Ghost" ร่วมแสดงในครั้งนี้ อันเป็นผลงานศิลปะประเภทจัดวาง ซึ่งประกอบด้วยภาพที่ใช้ผ้าหลากสีสันมาเย็บติดกัน และห้อยลงจากเพดาน ผลงานประติมากรรมผ้าขนาดใหญ่รูปสุนัขและปลาหมึก ภาพจำลองสถาปัตยกรรม และรถเร่ขายของ ที่ดูผิดแปลกแตกต่างจากที่เคยพบประสบมา

"ไม่ต้องกลัว..." คือข้อความจากสูจิบัตรที่เขียนพ่วงท้ายไว้ "...หลังจากที่ Cosima von Bonin หลับไปเสียนาน คราวนี้เธอได้หวนกลับสู่วงการทางปัญญาอีกครั้ง และกวักมือเรียกพวกเรา "พวกหนูบก" (2) ที่ติดอยู่บนเกาะโจรสลัดอันห่างไกลกลางท้องทะเลแคริบเบียน (Caribbean) บัดนี้เธอยืนอยู่บนพรมแดนที่เหนือการพ่ายแพ้ และความเกรงกลัวใดๆ" และทั้งๆ ที่ Bonin มีท่าทีที่ต่อต้านความฟุ้งเฟ้อของธุระกิจศิลปะ แต่เธอก็ยังร่วมแสดงกิจกรรม และแสดงนิทรรศการด้วยผลงานจัดวางอยู่เสมอ ด้วยการสร้างโลกที่นอนหลับทับสิทธิ์ เพื่อปลุกจิตสำนึกให้พวกเราละเมิดความเชื่อ และคัดค้านสภาพของโลกนี้ การสื่อ สารของเธอนั้นเต็มไปด้วยการประชดประชัน เธอรัก“กระแสนิยม”(Pop) เพื่อหนีความเป็นจริงจากชีวิต ประจำวัน โดยการใช้ผ้าจำลองสัตว์และจำลองผลิตภัณฑ์ต่างๆ และสร้างให้มีรูปทรงใหญ่โตเหนือจริง

Cosima von Bonin: THE BONIN / OSWALD EMPIRE’S
NOTHING # 03, 2010,
ผลงานด้านหลัง THE VOMITTING CHICK, 2010
© Cosima von Bonin, Kunsthaus Bregenz 

Cosima von Bonin: THE BONIN / OSWALD EMPIRE’S NOTHING
# 05 (ORANGE HERMIT CRAB ON OFF-WHITE TABLE), 2010
© Cosima von Bonin, Kunsthaus Bregenz

ตั้งแต่แสดงงานในนิทรรศการครั้งใหญ่ ภายใต้ชื่อ "The Fatigue Empire" (อาณาจักรแห่งความเหน็ดเหนื่อย) จากเดือน กรกฏาคม ถึง ตุลาคม ในปี ค.ศ. 2010 ณ "Kunsthaus Bregenz" ในประ เทศออสเตรีย (Republic of Austria) เป็นต้นมา Cosima von Bonin ก็ได้รับการยกย่องว่าเป็นหนึ่งใน“ดารา”ผู้เด่นดังแห่งโลกศิลปะในยุโรป แต่เธอก็ไม่ได้หลงระเริงในชื่อเสียงแม้แต่น้อย ในทางตรงข้ามเธอกลับถ่อมตัวแฝงกายอยู่เบื้องหลัง โดยไม่ยอมเปิดเผยรูปถ่ายหรือประวัติชีวิตของตนเองต่อสาธารณชนนอกจากภาพ ที่ถ่ายไว้ ขณะที่เธอกำลังแสดงกิจกรรมการแสดงสด (Performance) "The artist explains the exhibition to the tired hare" (ศิลปินอธิบายนิทรรศการกับกระต่ายที่กำลังง่วงและเหนื่อย) ในปี ค.ศ. 2010 ที่เมือง Bregenz เท่านั้น ในครานั้นเธอได้เนรมิตรหอศิลป์อาคารสามชั้นแห่งเมือง Bregenz (KUB) ให้กลายเป็นเวทีแสดงผลงานศิลปะที่สร้างสรรค์ด้วยผ้าในรูปแบบต่างๆ ทั้งในรูปแบบของการจำลองพื้นที่ห้อง และในรูปแบบประติมากรรมผ้า โดยใช้วิธีการจัดวางอันแตกต่างจากสิ่งที่เคยทำมาในเมืองคัสเซล (Kassel) ด้วยการใช้ฉากของภาพอันเต็มไปด้วยตุ๊กตาผ้าจำนวนมากผิดปกติ วางชุมนุมกระจายทั่วพื้นที่จัดแสดงผลงาน

Cosima von Bonin: The artist explains the exhibition to the tired hare, ภาพถ่ายโดย: Rudolf Sagmeister
© Kunsthaus Bregenz, Cosima von Bonin

ในผลงาน "อาณาจักรแห่งความเหน็ดเหนื่อย" เธอจัดวางกุ้งก้ามกรามขนาดยักษ์ทำด้วยผ้าสีม่วงบนเก้าอี้ผ้าใบสีฟ้าอ่อน และกุ้งอีกตัวหนึ่งทำด้วยผ้าสีแดงวางให้ดูเหมือนกำลังอิดโรยบนโต๊ะดีไซน์สีขาว มีเสียงดนตรีจากระฆังที่ทำจาก Plexiglas แขวนอยู่ด้านบน ลูกไก่ขนาดยักษ์สีขาวกำลังอาเจียนใส่โต๊ะเรียนออกแบบโดย Arne Jacobsen (3) กระต่ายสีดำตัวโตกำลังนอนบนชั้นวางของ รวมทั้งผลงาน patchwork ขนาดใหญ่ โดยใช้ผ้าสีขาวเย็บติดเป็นรูปมือมิกกี้ เม้าส์ ที่กำลังกวักเรียกผู้ชมอยู่

Cosima von Bonin: TOTAL PRODUCE (MORALITY), 2010,
ผลงานด้านหลัง: PRIVATO, 2010; ภาพถ่ายโดย: Bob Goedewaagen
© Cosima von Bonin, Witte de With

ภายในการจัดวาง Cosima von Bonin: COSIMA VON BONIN'S FAR NIENTE, 2010/11, Witte de With Center of Contemporary Art, Rotterdam, ภาพถ่ายโดย: Bob Goedewaagen
© Witte de With, Cosima von Bonin

หลังจากประสบความสำเร็จจากนิทรรศการที่ Bregenz อย่างน่าทึ่ง เธอก็จัดแสดงผลงานติดตามอย่างต่อเนื่อง เช่น จากตุลาคม ปี ค.ศ. 2010 ถึง มกราคม ค.ศ. 2011 ที่ Witte de With Center of Contemporary Art ณ รอตเทอร์ดาม (Rotterdam) ประเทศเนเธอร์แลนด์ ภายใต้ชื่อในภาษาอิตาลี "Far Niente" (ไม่ทำอะไร) อันเป็นนิทรรศการชุดแรกจากการจัดแสดงรวมกันทั้งสิ้น 4 ครั้งที่ใช้ชื่อหัวเรื่องรวมว่า "The Lazy Susan Series" (ผลงานชุดซูซานผู้เกียจคร้าน) ซึ่งในแต่ละครั้งจะมีการจัดวางแตกต่างกัน อีกทั้งสลับเปลี่ยนสถานที่แสดงทุกครั้งไป ดังรายละเอียดต่อไปนี้ คือ วันที่ 19 กุมภาพันธ์ ถึง 25 เมษายน ศกนี้ แสดง ณ "Arnolfini" แห่งเมือง Bristol ประ เทศอังกฤษ วันที่ 1 มิถุนายน ถึง 18 กันยายน ศกนี้ ณ "Musée d'art moderne et contemporain" (MAMCO) แห่งเมืองเจนีวา (Geneva) ประเทศสวิตเซอร์ แลนด์ (Switzerland) และวันที่ 8 กรกฏาคม ถึง 3 ตุลาคม ค.ศ. 2011 ณ "Museum Ludwig" แห่งเมืองโคโลญจน์ (Cologne) ประเทศเยอรมนี และแน่นอนว่าการจัดวางของ Cosima von Bonin แต่ละครั้งย่อมเต็มไปด้วยพลังของการสื่อสาระและความหมายที่เข้มข้นขึ้น ในครั้งนี้ผลงานชื่อ "Dolce far niente" (ชีวิตอันหวานชื่น จากการไม่ทำอะไร) ซึ่งเป็นรูปปลาหมึกทำด้วยผ้าที่มีลวดลายสีฉูดฉาด วางบนผ้าที่ใช้สีสะ ท้อนแสงนีออนวาดเป็นลวดลาย และตั้งชื่อผลงานชิ้นนี้ว่า "Total Produce (Morality)" (ผลผลิตทั้งหลายที่เปี่ยมด้วยจริยธรรมอันดี) ซึ่งตรงกันข้ามกับภาพที่ปรากฏอย่างสิ้นเชิง และแทบจะไม่เข้าใจเลย เมื่อเธอตั้งชื่อกระต่ายผ้าที่แขวนอยู่บางตัวว่า "Thrown out of Drama School" (ไล่ออกจากโรงเรียนเล่นละครเสีย)

ผลงานด้านหน้า: Cosima von Bonin: UNTITLED (THE DONKEY WITH HAT & BOX), 2006, Courtesy Collection de Bruin-Heijn
ผลงานด้านหลัง:Cosima von Bonin: THROWN OUT OF DRAMA SCHOOL, 2008, ภาพถ่ายโดย: Bob Goedewaagen
© Cosima von Bonin, Witte de With

บน "อาณาจักรแห่งความเหน็ดเหนื่อย" ของการ "ไม่ทำอะไร" และจาก "ความเกียจคร้านของซูซาน" คำนิยามเหล่านี้ประกอบกับฉากต่างๆ ของภาษาภาพ เปิดโอกาสให้ผู้ชมสามารถเข้าถึงบทบาทที่ศิลปินต้องการบ่งชี้ให้เห็น รูปทรงต่างๆ ที่ทำจากผ้าไม่ได้เป็นเพียงแค่วัสดุ หรือ ผลงานประติมากรรมผ้า ที่สร้างขึ้นสำหรับให้เด็กโต (ในที่นี้หมายถึงผู้ใหญ่ที่ยังมีนิสัยชอบเล่น) ดูหรือเล่นเท่านั้น ตุ๊กตาผ้าเหล่านี้เป็นตัวแทน เป็นสื่อสะท้อนวิสัยของความกลัว ต่อการสูญเสียชีวิตอันหวานชื่นและสนุกสนาน อันจะทำให้ชีวิตตกอยู่ในสภาพความมืดมนเสียมากกว่า ในการที่เธออธิบายนิทรรศการให้แก่กระต่ายที่เหนื่อยและง่วง อาจกล่าวได้ว่าเป็นผลงานที่ล้อเลียนการแสดงสด "Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt" (เราจะอธิบายภาพกับกระต่ายที่ตายแล้วได้อย่างไร) ของ Joseph Beuys ในปี ค.ศ. 1965 ซึ่งเวลานั้นสามารถปลุกให้โลกศิลปะเกิดอา การตื่นตระหนกได้เลยทีเดียว ซึ่งหมายความว่า ความจริงจังนั้นแฝงอยู่ในแนวคิดของเธอ อันเปรียบเทียบได้กับศิลปะประชานิยม (Pop Art) ในต้นทศวรรษที่ 1960 เมื่อครั้งที่ Claes Oldenburg และ Roy Lichtenstein ใช้ภาพจิตรกรรม การจัดวาง และวัสดุประจำวัน สร้างสรรค์ผลงานสะท้อนชีวิตประจำวัน ที่นักวิจารณ์ศิลปะในปัจจุบันไม่อาจจะมองข้ามได้ แม้ศิลปะประชานิยมจะตายไปแล้ว แต่ Cosima von Bonin ยังคงสร้างสรรค์ ”วัสดุ” ต่างๆ ที่มาจากชีวิตประจำวันในปัจจุบันนี้ขึ้น ก็เพื่อใช้ให้เป็นสื่อเฉกเช่นโจทย์ ที่ตั้งขึ้นเพื่อหาภาวะของความเป็นจริงและไม่จริง โลกนี้และโลกตรงข้าม นั่นเอง

(1) Der Spiegel คือนิตยสารรายสัปดาห์ที่มีชื่อเสียง และน่าเชื่อถือฉบับหนึ่งในประเทศเยอรมัน เป็นนิตยสารที่ลงข่าวทั้งทางด้านสังคม การเมือง เศรษฐกิจ และศิลปวัฒนธรรม

(2) หมายถึงผู้ไม่ชำนาญทางน้ำ ทางเรือ ว่ายน้ำไม่เป็น หรือคนกลัวน้ำ

(3) Arne Jacobsen (ค.ศ.1902-1971) สถาปนิก และนักออกแบบชาวเดนมาร์ก ที่มีชื่อเสียงระดับโลกผู้หนึ่งในศตวรรษที่ 20 แนวคิดส่วนใหญ่ของเขามักได้มาจากสิ่งมีชีวิต ผลงานออกแบบที่มีผู้นิยมทั่วโลกคือเก้าอี้ในทศวรรษที่ 1950 ซึ่งมีชื่อว่า "มด" "ไข่" หรือ "หงส์" เป็นต้น


COSIMA VON BONIN

"Hoch gehandelt und euphorisch gefeiert", schrieb das deutsche Wochenmagazin Der Spiegel im April 2001 über die deutsche Künstlerin Cosima von Bonin, als diese im Hamburger Kunstverein ihre bislang größte Einzelausstellung zeigte. Unter dem Titel "Bruder Poul sticht in See" zeigte sie ein großes weißes, auf die Seite gekipptes Boot, mit dem sie an den dänischen Maler und Konzeptkünstler Poul Gernes (1925-1996) erinnerte. Gernes hatte selbst einmal ein weißes Boot ausgestellt und damit die Kunstwelt provoziert. Jetzt verknüpfte Cosima von Bonin ihre Installation mit seiner Biographie und zeigte zusätzlich Gernes' Gemälde vielfarbiger Zielscheiben ("Targets") in ihrer Ausstellung. In Wandbeschriftungen zitierte sie aber auch Gedichte und Texte, die von Seefahrer-Romantik, Fernweh und einer Reise nach England berichteten. Bonin schafft Bezugssysteme, in denen sie Biographisches, freundschaftliche Beziehungen zu anderen von ihr geschätzten Künstlern, Musikern und Literaten sowie ihre künstlerischen Vorbilder und vielfältige Zitate aus der Alltagskultur miteinander verknüpft.

International bekannt wurde Cosima von Bonin, die 1962 in Mombasa/Kenia geboren wurde und als Künstlerin Autodidaktin ist, erst durch ihre raumgreifenden Installationen auf der Documenta in Kassel/Deutschland 2007. Ihre künstlerischen Ausdrucksformen sind begehbare, bühnenartige Installationen, Einzelobjekte, Performances, Videos, von ihr organisierte Musik-Events und Gruppenprojekte. Die von ihr bevorzugten Materialien sind Stoffe, die sie frei im Raum aufhängt oder kontrastreich in vielfältigen Formen und Farben zu Leinwandbildern vernäht. Sie arbeitet mit überdimensionierten Stoff- und Plüschtieren und übergroßen Comicfiguren, die sie zu erzählerischen Displays arrangiert. Sie stellt Modelle von Räumen und Architekturen hinzu, die bereits an anderen Orten existieren, baut Autos aus Holz und Pappe nach, überzieht sie mit Stoff und konfrontiert sie mit fabrikneuen Modellen bekannter Automarken. Sie konfrontiert Formalismen mit Pop, Ernstes mit Spaß, Konkretes mit Fiktivem, lenkt die Phantasie des Betrachters durch plakative Figuren und gibt der Phantasie durch absurde Arrangements einen weiten spielerischen Raum voller Assoziationen.

Die Documenta 12 in Kassel 2007 war unter dem Titel "The Migration of Form" zum großen Teil Künstlerinnen und Künstlern aus Afrika, Asien und Südamerika gewidmet, die die soziale Realität, Probleme und Erzählungen aus ihren Ländern mit den Techniken westlicher Kunst, Installation, Objektkunst, Video, aber auch Zeichnung und Malerei, zum Ausdruck brachten. Cosima von Bonin zeigte hier als eine von nur wenigen deutschen Künstlern unter dem Titel "Relax, it's only a ghost" eine begehbare Rauminstallation aus von der Decke hängenden genähten Stoffbildern, riesigen Stoffhunden und Tintenfischen aus Plüsch, Architekturmodellen und Verkaufswagen, die als fremde, irreale Welt wahrgenommen wurde. "Keine Angst," versprach der Katalog, "Cosima von Bonin ist nach einem unendlichem Winterschlaf zurückgekehrt, aber nur als Geist. Sie winkt uns armen Landratten, die für immer gestrandet sind, aus der Ferne von einer Pirateninsel in der Karibik zu. Sie ist schon jenseits der Kapitulation, jenseits der Angst." Bonin wendet sich gegen die Hysterie des Kunstbetriebs, und sie nimmt doch mit immer umfangreicheren und perfekteren Installationen und künstlerischen Aktivitäten an ihm teil. Sie entwirft verschlafene Gegenwelten und fordert uns doch zu einer Auseinandersetzung mit ihnen und zum Widerspruch auf. Ihre Dialektik ist voller Ironie. Sie liebt Pop als Flucht vor der Realität des Alltags, und sie ironisiert die Welt der Plüschtiere, Figuren, Modelle und Konsumartikel, indem sie die Größenmaße übersteigert.

Cosima von Bonin: THE BONIN / OSWALD EMPIRE’S NOTHING
# 03, 2010, im Hintergrund THE VOMITTING CHICK, 2010
© Cosima von Bonin, Kunsthaus Bregenz

Cosima von Bonin: THE BONIN / OSWALD EMPIRE’S NOTHING
# 05 (ORANGE HERMIT CRAB ON OFF-WHITE TABLE), 2010
© Cosima von Bonin, Kunsthaus Bregenz

Seit ihrer größten Ausstellung unter dem Titel "The Fatigue Empire" von Juli bis Oktober 2010 im Kunsthaus Bregenz/Schweiz gilt Cosima von Bonin als "Star" der europäischen Kunstszene, der jedoch zugleich kein Porträtfoto und keine Biographie von sich preisgibt und sich bescheiden im Hintergrund hält. Lediglich wenige Fotos von Kunstaktionen wie das der Perfomance "The artist explains the exhibition to the tired hare" 2010 in Bregenz zeigen die Künstlerin bei der Arbeit.

Cosima von Bonin: The artist explains the exhibition to the tired hare, Foto: Rudolf Sagmeister
© Kunsthaus Bregenz, Cosima von Bonin

Drei Stockwerke des Kunsthauses in Bregenz (KUB) wurden zur Bühne für ihre Stoffbilder, Nachbauten von Räumen sowie Stoffskulpturen, die sie anders als in Kassel jetzt in szenischen Bildern agieren ließ und in ungewöhnlicher Dichte und Anzahl ausbreitete. In ihrem "Reich der Müdigkeit" ließ sie eine riesige violette Garnele auf einem hellblauen Strandsessel ausruhen, ein anderes rotes Exemplar lag ermattet auf einem weißen Designtisch und wurde aus einer über ihr hängenden Plexiglocke mit Musik beschallt. Ein überdimensionales weißes Kücken hatte sich gerade auf einer von Arne Jacobsen designten Schulbank übergeben. Ein großer schwarzer Hase legte sich auf einem Regal zum Schlafen. Von den großen genähten Patchwork-Bildern winkten uns weiße Micky-Maus-Hände entgegen.

Cosima von Bonin: TOTAL PRODUCE (MORALITY), 2010,
im Hintergrund: PRIVATO, 2010; Photo: Bob Goedewaagen
© Cosima von Bonin, Witte de With

Ausstellungs-Ansicht Cosima von Bonin: COSIMA VON BONIN'S FAR NIENTE, 2010/11, Witte de With Center of Contemporary Art, Rotterdam, Photo: Bob Goedewaagen
© Witte de With, Cosima von Bonin

Eine Fortsetzung fand die europaweit beachtete Bregenzer Ausstellung dann von Oktober 2010 bis Januar 2011 im Witte de With Center of Contemporary Art in Rotterdam/Niederlande unter dem italienischen Titel "Far Niente". Diese war aber wiederum nur die erste einer Reihe von vier sich immer wieder verändernden Ausstellungen mit dem Obertitel "The Lazy Susan Series", die anschließend im Arnolfini in Bristol/United Kingdom (19.2.-25.4.), im Musée d'art moderne et contemporain (MAMCO) in Genf/Schweiz (1.6.-18.9.) und im Museum Ludwig in Köln/Deutschland (8.7.-3.10.2011) zu sehen sein werden. Zweifellos hat Cosima von Bonin die Kraft des Erzählerischen und der assoziativen Bezüge in dieser neuen Ausstellungsserie noch gesteigert. Diesmal lässt sie einen bunten, reich ornamentierten Tintenfisch in "süßem Nichtstun" (Dolce far niente) auf einem ihrer bunten und von blauem Neonlicht untermalten Stoffbilder ausruhen, gibt dem Objekt aber den völlig gegensätzlichen Titel "Total Produce (Morality)". Hintergründig morbide wird es, wenn sie einigen erhängten Stoffhasen den Titel "Thrown out of Drama School" gibt.

im Vordergrund: Cosima von Bonin: UNTITLED (THE DONKEY WITH HAT & BOX), 2006, Courtesy Collection de Bruin-Heijn, im Hintergrund: Cosima von Bonin: THROWN OUT OF DRAMA SCHOOL, 2008, Photo: Bob Goedewaagen
© Cosima von Bonin, Witte de With

Das "Reich der Müdigkeit", des "Nichtstuns" und der "faulen Susanne" gibt dem Betrachter durch die szenenhafte Bildsprache die Möglichkeit zur Identifikation. Die Stoff-Figuren sind nicht mehr nur Objekte oder Skulpturen zum Betrachten oder Spielobjekte für große gewordene Kinder. Sie sind vielmehr Verkörperungen eigener Verhaltensweisen und Ängste, in denen das Süße, Liebliche und Verspielte schnell ins Grauen umschlägt. Wenn sie dem "müden Hasen" die Ausstellung erklärt, bezieht sie sich sogar auf Joseph Beuys, der 1965 mit seiner Performance "Wie man dem Toten Hasen die Bilder erklärt" die Kunstwelt schockierte. Ernsthaftigkeit steht also im Hintergrund ihres Konzepts. Den engsten Bezug ihrer Arbeiten gibt es wohl zur Pop Art am Beginn der 1960er Jahre, als Claes Oldenburg und Roy Lichtenstein in Environments und Ölbildern Konsumobjekte und Bilder der Alltagskultur so perfekt in Szene setzten, dass die Kritik an der Gegenwart nicht zu überhören war. Die Pop Art ist tot. Cosima von Bonins Objekte aus unserer heutigen Alltagskultur bieten jedoch genügend Identifikationsobjekte, um sich mit Schein und Sein, Welt und Gegenwelt auseinanderzusetzen.